Konferenz „Täterkunst schreddern.“
Während museale Bildpolitiken in Bezug auf koloniale und rassistische Kontexte zunehmend kritisch reflektiert werden, bleibt eine vergleichbare Sensibilisierung für Darstellungen sexualisierter Gewalt und Pädokriminalität – insbesondere im Kunstkontext – weitgehend aus.
Die Stiftung Schwules Museum möchte mit der Konferenz ein Schlaglicht auf diese Lücke werfen. Verschiedene Referent*innen und Organisationen stellen erste Ansätze vor, darunter die Interventionen der Wiener Gruppe MATHILDA zur Aufarbeitung der Sammlungen des Wiener Aktionisten und verurteilten Straftäters Otto Muehl, sowie die Projekte des Schwulen Museums Berlin zur kritischen Auseinandersetzung mit den historischen Bündnissen queerer Bewegungen und „pädoaktivistischer“ Strömungen. Darüber hinaus soll diskutiert werden, welche Impulse sich aus antirassistischen und dekolonisierenden Diskursen sowie aus dem Umgang mit Bildmaterial aus NS- und Holocaust-Gewaltkontexten für eine reflektierte Präsentation täter:innengenerierter Bilder sexualisierter Gewalt gewinnen lassen.
Das Symposium richtet sich an Expert:innen aus Kunst- und Medienwissenschaft, Kuration, musealen Sammlungen, Kulturanthropologie, visueller Kultur und Social Media. Besonders eingeladen sind Betroffene sowie aktivistische Stimmen. Weitere Informationen zum Programm folgen in Kürze.
Nach dem Ende der Ausstellung Aufarbeiten: Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche im Zeichen von Emanzipation im Februar 2024 haben bereits zwei durch die Stiftung und das Schwule Museum organisierte Konferenzen stattgefunden. Die erste fand bereits im April 2024 mit dem Thema Im Schatten der Emanzipation. Soziale Bewegungen zwischen Duldung und Unterstützung sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche statt und die zweite im Oktober 2025 unter dem Titel (Mit) Widerstände(n) umgehen: Ein Update zur queeren Aufarbeitung.

